Heute besprechen wir das Buch Tinki Blue von Annetta Schröder, erschienen beim Verlag Europa Buch. Wir präsentieren hier ein Interview mit der Autorin des Buches, um die persönlichen Aspekte und die wichtigsten Erfahrungen zu verdeutlichen, die in diesem Text verdichtet sind. Wir besprechen auch die wichtigsten Themen, die die Autorin im Laufe ihres Schreibens anspricht und die sie mit ihren Leserinnen und Lesern teilen möchte.
Tinki Blue von Annetta Schröder, erschienen beim Verlag Europa Buch, erzählt die Geschichte von Tinki Blue. Er ist ein gemütlicher blauer Kater mit Vorliebe für Kekse, begibt sich auf die Suche nach einem Freund und findet dabei eine bunte Schar tierischer Weggefährten. Gemeinsam erleben sie zahlreiche Abenteuer – vom Eichhörnchen mit Höhenangst bis zur Rettung eines Tanzbären aus dem Zirkus. Die Geschichte erzählt liebevoll von Freundschaft, Mut, Hilfsbereitschaft und dem Wert der Gemeinschaft. Mit viel Witz, Herz und Sprachspiel vermittelt das Buch wichtige Werte für Kinder. Es ist eine warmherzige, fantasievolle Erzählung über das Entdecken echter Freundschaft und eines Zuhauses.
Hier ist das Interview mit der Autorin: viel Spaß beim Lesen!
Welche Themen und Inhalte werden von Ihnen in dem Buch angesprochen?
Ehrlich gesagt, habe ich mir beim Schreiben der Geschichte nicht so viele Gedanken gemacht. Ich ließ mich von den Figuren leiten, formte sie allmählich zu kleinen Persönlichkeiten. Erst als “Tinki Blue” fertig war, fiel mir auf, dass es um mehr ging als nur Freundschaft. Respekt, Mut, Ehrlichkeit, Vertrauen, Hilfsbereitschaft, Zusammenhalt, Liebe.
Und Toleranz. Das ist mir persönlich ein Anliegen. Denn, ich weiß ja nicht, wie es in einer Großstadt ist, aber bei uns hier auf dem Land wird Toleranz oft noch sehr klein geschrieben.
Für diese Geschichte habe ich Tiere gewählt, weil ich diese Erdenbewohner respektiere. Viele tun das, wenn sie im Fernsehen Löwen und Krokodile vorbei gehen. Doch bei unseren Einheimischen hört es leider auf. Ich wollte zeigen, dass Hunde, Katzen und Kaninchen nicht auf der Welt sind, um uns zu dienen. Igel, Dachs, Eichhörnchen haben auch Gefühle, empfinden Schmerz und können treu sein.
Und natürlich geht es in meiner Geschichte um Abenteuer. Dabei muss es nicht unbedingt gefährlich zugehen. Für manches Kind ist der Gang zur Schule schon ein Abenteuer, ein Fußballspiel am Nachmittag oder ein Ausflug mit der Klasse. Gut ist doch, wenn man Freunde hat, die einen unterstützen, auch mal kritisieren und trösten, wenn nötig.
Wer sollte dieses Buch unbedingt lesen? Was möchten Sie ihm oder ihr vermitteln?
Wenn ich könnte, würde ich in die Vergangenheit reisen, zu meinem eigenen Ich. Zu dem kleinen, schüchternen, unsicheren Mädchen, das in Tagebücher schrieb und sich mit imaginären Freunden unterhielt.
Ihr würde ich das Buch zum Lesen geben, damit sie erkennt, was wird, wenn sie endlich an sich glaubt. Eines Tages hält sie ihr erstes eigenes Buch in der Hand, mit ihrem Namen darauf. Dann sind all die Spötter egal, die immer lachten, weil sie den Kopf in den Wolken trug.
Gerne würde ich es auch meinen Eltern zu lesen geben und den anderen, die in meiner Kindheit wichtig waren. Vielleicht wären sie dann stolz auf mich. Und meiner Deutschlehrerin. Die würde auf jeden Fall staunen, denn wir waren uns nicht immer ganz grün. Leider geht das alles nicht.
Also wünsche ich mir, dass mein Buch viele Kinder lesen oder noch besser, dass es abends die Eltern vorlesen. Ich möchte, dass sie zusammen etwas gemütliche Zeit verbringen, den Familiensinn stärken. Denn die Zeit mit Kindern ist kostbar und geht so schnell vorbei.
Was war Ihr Ziel beim Schreiben dieses Buches?
Zuallererst wollte ich meiner kleinen Tochter ein Denkmal setzen. Leider kam sie mit einer Behinderung zur Welt und hatte keine sehr hohe Lebenserwartung. Für mich war sie ein ganz besonderes Mädchen. Mutig, dankbar und immer fröhlich. Wenn sie lachte, ging die Sonne auf. Ich habe viel von ihr gelernt.
Zum anderen wollte ich meinen Enkelkindern eine Freude machen. Und es war mir gelungen. Besonders der Jagdhund Jürgen kam gut an.
Als Großmutter hat man ja auch eine gewisse Verantwortung. Ich möchte nicht, dass meine Enkel so viel Zeit mit dem Smartphone vergeuden. Lesen und vorlesen macht auch Freude und regt die Phantasie an. Und ich möchte ihnen sagen, behaltet euch was davon fürs spätere Leben. Denn Menschen ohne Phantasie sind arm dran.
Kleine Kinder sind von Natur aus tolerant. Das sehe ich gerade bei meiner kleinsten Enkelin. Ihr ist es egal, ob einer braunen Haut hat, dick ist oder nicht sprechen kann. Ich hätte gerne, dass sie diese Einstellung behält. Jeder Mensch, egal wie er ist, kann ein wertvoller Wegbegleiter sein.
Außerdem wollte und will ich ihnen einen respektvollen Umgang mit Tieren vermitteln.
Wenn ich das nun auch anderen Kindern mitgeben kann, würde mich das sehr freuen.
Wie haben Ihr Freundeskreis, Ihre Bekannte oder Ihre Familie auf die Buchsveröffentlichung reagiert?
Meine Familie hat mich immer unterstützt und angefeuert. Sie hielten sich mit Ratschlägen und manchmal auch mit Skepsis nicht zurück.
Am 25. März dann, als ich ihnen allen das fertige Buch präsentieren konnte, regnete es Glückwünsche. Zu Ostern, wenn wir uns alle wiedersehen, werden wir das gebührend feiern.
Auch Freunde und Bekannte reagierten positiv und anerkennend. Sicherlich wird es auch andere geben, die mit einer negativen Meinung. Bislang sind sie still und später werde ich mit ihnen klarkommen.
Es ist ein schönes Gefühl, wenn man so einen Rückhalt hat, und Kritiker können mich nur noch mehr bestätigen.
Letztendlich, trotz all der Unterstützung und Liebe, die ich erfahre, habe ich erkannt, dass ich das doch mit mir alleine ausmachen muss. Denn keiner kann wirklich nachempfinden, dass ich gerade der glücklichste Mensch auf der Welt bin. Niemandem, der nicht selber schreibt, kann ich begreiflich machen wie viel Arbeit, Zeit, aber auch Freude hinter “Tinki Blue”steckt. Ist aber auch nicht weiter schlimm.
Stehen schon neue Projekte an?
Auf jeden Fall!
Nachdem ich acht Jahre nach dem richtigen Verlag gesucht und festgestellt habe, wie gut sich das anfühlt, werde ich nicht aufhören.
Morgens ist mein erster Gedanke “Schreiben” und abends ist es mein letzter. Ich schreibe nebenbei beim Kochen oder beim Doktor im Wartezimmer. Ich schreibe im Garten oder auf dem Parkplatz im Auto. Auf diese Weise habe ich viele Geschichten zusammengetragen. Für mindestens die nächsten zehn Jahre. Für kleine und größere Leseratten.
Ich vieles ausprobiert. Es gibt Märchen und auch was Gruseliges. Trauriges und spannendes. Und natürlich viel zum Lachen.
Es gibt Drachen, Ritter, sprechende Puppen, eine Holzeisenbahn, Käfer und noch vieles mehr.
Bei jeder Geschichte, die ich schrieb, war ich mittendrin. Wenn jemand auf Knien krabbeln musste, kroch ich mit. Wenn jemand die Luft anhielt, tat ich es auch. Ich war bedrückt, fröhlich, ängstlich oder müde mit meinen Helden.
Also ich bin bereit für mehr Abenteuer in meinem Leben.
Wir danken der Autorin für die Beantwortung unserer Fragen und die Hilfe, den Text und die damit verbundenen Erfahrungen auf den Kern zu bringen. Tinki Blue von Annetta Schröder, erschienen beim Verlag Europa Buch, verdient es, aufmerksam gelesen und genossen zu werden, weil das neue Perspektiven und Wahrnehmungsmöglichkeiten eröffnet.