Heute besprechen wir das Buch Eleonora meine Seelenverwandte von Michael Frenzel, erschienen beim Verlag Europa Buch. Wir präsentieren hier ein Interview mit dem Autor des Buches, um die persönlichen Aspekte und die wichtigsten Erfahrungen zu verdeutlichen, die in diesem Text verdichtet sind. Wir besprechen auch die wichtigsten Themen, die der Autor im Laufe seines Schreibens anspricht und die er mit seinen Leserinnen und Lesern teilen möchte.
Eleonora, eine junge Frau mit schwieriger Vergangenheit, begegnet dem sensiblen Professor Matthew in einem New Yorker Restaurant – ein kurzer Moment mit tiefer Wirkung für beide. Jahre später treffen sie sich unter ungewöhnlichen Umständen wieder, was alte Gefühle und Sehnsüchte neu entfacht. Die Geschichte erzählt von verpassten Chancen, Schicksal und der Hoffnung auf ein gemeinsames Glück. Beide Figuren kämpfen mit ihren inneren Wunden und der Frage, ob wahre Liebe auch nach Jahren Bestand haben kann. Mit viel Gefühl beschreibt das Buch die Suche nach Nähe, Vertrauen und einem Platz im Herzen des anderen.
Hier ist das Interview mit dem Autor: Viel Spaß beim Lesen.
Welche Themen und Inhalte werden von Ihnen in dem Buch angesprochen?
Das Hauptthema, um das es in dem Buch eigentlich geht, ist das Schicksal. Es gibt so vieles was man nicht erklären kann und man sich häufig fragt: Warum ist das so? Ich habe Situationen erlebt, wo ich jemandem schreiben wollte und gerade als ich die Nachricht abgeschickt hatte war von dieser Person eine Nachricht da. Zufall. Man denkt an jemandem und auf einmal steht die Person zufällig neben Dir.
Aber auch ein wichtiges Thema ist einfach die Liebe. Wenn man die Liebe des Lebens gefunden hat, dann sollte man darum kämpfen. Es gibt immer wieder Hürden zu überwinden, aber die Liebe sollte stärker sein.
Vertrauen ist meiner Meinung nach das letzte Thema welches ich weitergeben möchte. Vertrauen ist sehr wichtig in einer Beziehung und man sollte offen damit umgehen. Es bringt nichts, wenn man vieles versucht selber zu lösen oder zu klären. Darüber reden kann einem manchmal so oft helfen. Man muss eben nur Vertrauen haben. Sicher dauert es eine Zeit bis man dieses Vertrauen aufgebaut hat, aber wenn man sich sowieso sicher ist, dass es hier jemanden gibt den das Schicksal für einen bestimmt hat, dann kann man das Schicksal annehmen und auch dem Schicksal vertrauen.
Wer sollte dieses Buch unbedingt lesen? Was möchten Sie ihm oder ihr vermitteln?
Die Frage ist eigentlich schwer zu beantworten. Ich denke das Buch sollte von jemandem gelesen werden, der/die an die Liebe glaubt und daran glaubt, was das Schicksal für jemand vorhergesehen haben kann. Daran ändern kann man vermutlich sehr wenig, aber es ist evtl. eine Episode, wie ein Schicksal zustande kam und was es bei zwei Menschen bewirkt hat. Diese zwei Menschen haben ihr Schicksal unbewusst angenommen, ohne wirklich großartig darüber nachzudenken, warum es das Schicksal gut oder schlecht mit ihnen meint. Es kam, sie nahmen es an und lebten damit. Alles immer zu hinterfragen würde jemanden sowieso nur verrückt machen. Viel einfacher ist es einfach zu sagen: Ok es ist so, was fange ich damit nun an? Ich akzeptiere es einfach.
Wie oft man die Wahl hat sein Schicksal abzulehnen ist auch so eine Sache. Vielleicht wollte das Schicksal es ja, dass man hier so entschieden hat.
Die große Liebe ist ein Hauptbestandteil des Buches. Jede/r der an die Liebe glaubt und vielleicht in einer Situation ist, diese Liebe zwar zu kennen, aber sie doch irgendwie nicht zu finden, weil immer wieder etwas dazwischenkommt, mitzuteilen: Hey gib nicht auf. Irgendwann klappt es.
Was war Ihr Ziel beim Schreiben dieses Buches?
Das Ziel war, ich würde sagen, gegen die Einsamkeit anzukämpfen. Ich bin nicht unbedingt ein Mensch der gerne alleine ist und es gab eine Zeit, in der ich mich sehr alleine und einsam fühlte. Ich war nach einer Operation länger im Krankenstand. Danach war meine Familie auf Urlaub, wo ich nicht mitkonnte, was aber nicht an meiner Familie lag. Im Anschluss war ich dann alleine auf Urlaub, da das Geplante, wegen Krankheit nicht zustande kam und ich kurzfristig improvisieren musste. Nach dem Urlaub war ich dann auf Rehabilitation. Wenn dann die Familie und die wichtigsten Freunde nicht da sind, macht man sich einfach Gedanken. Ich merkte da eben, dass mir irgendetwas fehlte. Bei mir ist es so, dass ich früher geschrieben hatte, wenn es mir nicht gutging. Jetzt war einfach der Zeitpunkt, um das wieder zu machen. Es war ein gutes Gefühl, einfach Gedanken, die man an die Liebe und Freundschaft hat, zu Papier zu bringen und sich auch gleichzeitig damit auseinander zu setzen, beide Seite in vielen Situationen zu betrachten. Ob die Gedanken die richtigen sind, wie sie eine reale Person denkt, kann natürlich diskutiert werden. Mir half es darüber hinweg beide Seiten, so wie ich sie mir vorstellte, ausdiskutieren zu können. Meistens kennt man ja nur die eigenen Gedanken. Hier hatte man die Chance beide Gedanken durchzuspielen.
Wie haben Ihr Freundeskreis, Ihre Bekannte oder Ihre Familie auf die Buchsveröffentlichung reagiert?
Also fangen wir einmal bei der Familie an. Das ist kurz. Lediglich meine Nichte wusste etwas davon, da sie auch Testleserin war. Der Rest der Familie wusste bis zur Veröffentlichung nichts davon. Meine Frau meinte als ersten Satz damals nur: „Cool, Du hast ja früher schon geschrieben“ und wollte es dann auch endlich zu lesen bekommen, nachdem sie mitbekam, wer als TestleserIn alles davon wusste. Der Rest der Familie fand es sehr interessant, dass ich ein Buch geschrieben habe.
Im Freundeskreis war es so, dass einige als TestleserInnen ausgewählt wurden. Eine davon Astrid, hat mich damals auch immer angetrieben weiter zu schreiben, da sie eigentlich diejenige war, die das Buch von Anfang an begleitet hatte. Andere gaben mir dann zu einigen Situationen input oder wenn ich manche inhaltlichen Fehler hatte, machten sie mich darauf aufmerksam.
Die Verwunderung, dass ich ein Buch geschrieben habe, fanden viele sehr faszinierend und wollen natürlich ein Buch mit Widmung haben. Manche wussten nicht ob sie das glauben konnten, was ich Ihnen sagte. Als ich dann noch sagte ein Liebesroman, lächelten sie das Gesagte dann komplett weg. Jaja, genau, du und ein Liebesroman schrieben. Liegt vielleicht daran, dass ich anders bin als viele von mir vermuten.
In Summe war es aber dann bei der Veröffentlichung sehr positiv und viele gratulierten mir dazu, da es ja nicht alltäglich ist einfach ein Buch zu veröffentlichen.
Stehen schon neue Projekte an?
Es wird immer wieder die Zeit kommen, in der ich einfach schreiben möchte. Hängt natürlich immer mit der Stimmung, in der ich mich gerade befinde, zusammen. Tatsächlich gibt es auch schon ein zweites Buch, welches in angefangen habe zu schrieben. Anders als bei Eleonora, wo ich einfach drauf losschriebe und mir dann immer neue Gedanken in den Kopf kamen, ist hier die Handlung eigentlich schon fertig. Lediglich die Umsetzung ist nicht so einfach, da es hier bei der Handlung ein paar große Hürden gibt, die nicht so einfach zu überwinden sind. Beispiel: Der Hauptdarsteller wäre ein Hund, aber man soll erst am Ende mitbekommen, dass es sich um einen Hund als Hauptdarsteller handelt. Und so ist die Handlung eben im zweiten Buch schwer umzusetzen, da es bei der Handlung doch auch um etwas geht, was der/dem LeserIn verheimlicht werden soll. Im Moment sind knapp 150 Seiten fertig, also Halbzeit, was auch in der Handlung Halbzeit bedeutet und jetzt kommt eben der schwierige Teil. Evtl. schreibe ich aber auch ganz was anderes. Ich habe ja früher was geschrieben. Vielleicht greife ich das Angefangene auf und baue es aus. Oder aber Eleonora meine Seelenverwandte bekommt eine Fortsetzung. Auch da gibt es Möglichkeiten die interessant sein könnten. Es ist immer die Frage, habe ich die Handlung komplett im Kopf oder lasse ich es einfach auf mich zukommen. Das zweite ist einfacher, da es ja im Moment Gefühle sind, welche ich einfach zu Papier bringen möchte. Der Vorteil an allem ist aber, dass ich keinen Druck verspüre unbedingt etwas schreiben zu müssen. Dennoch habe ich festgestellt, dass mit dem was ich getan habe, andere erreichen und in ihrer Lebenssituation helfen konnte und die mir das auch so mitgeteilt haben. Also warum das nicht erneut machen?

Wir danken dem Autor für die Beantwortung unserer Fragen und die Hilfe, den Text und die damit verbundenen Erfahrungen auf den Kern zu bringen. Eleonora meine Seelenverwandte von Michael Frenzel, erschienen beim Verlag Europa Buch, verdient es, aufmerksam gelesen zu werden, weil das Buch neue Perspektiven und Wahrnehmungsmöglichkeiten eröffnet.